Praxisblog

Was funktioniert – und warum?
Hier sammle ich Gedanken aus meiner Bildungsforschung und MINT-Praxis: 
aus Workshops, Projekten und dem echten Alltag.
Über Motivation, Selbstwirksamkeit und nachhaltige Beteiligung.

Mehr davon gibt es auf LinkedIn! 😊

KW 01/2026

Sense of Belonging im Makingspace. Wie?

Eine der häufigsten Fragen, die nie laut gestellt wird:
"Bin ich hier richtig?“

Diese Frage steht am Anfang von unglaublich vielen Lernmomenten. Vor allem in MINT.
Und sie entscheidet oft darüber, ob jemand bleibt oder leise wieder geht.

🎇In der psychologischen Forschung nennen wir das Belonging Uncertainty:
die Unsicherheit darüber, ob man dazugehört, akzeptiert ist, kompetent genug wirkt.
Nicht laut. Nicht dramatisch.
Aber leider wirksam. Sehr.
Und nein – das betrifft nicht nur Kinder.
Auch Erwachsene denken das. Eltern. Lehrkräfte. Workshop-Teilnehmende.

(Und meist sind das, unabhängig des Alters, genau die, die wir eigentlich unbedingt erreichen wollen 💜)

In der Praxis zeigt sich das dann so:
🟣 „Ich schau erstmal nur zu.“
🟣 „Die anderen können das bestimmt besser.“
🟣 „Ich will nichts kaputt machen.“
🟣 oder einfach: still sein.

Aber:
Das hat nichts mit fehlendem Interesse zu tun.
Und erstaunlich selten mit fehlender Kompetenz. 🤦‍♀️
Aus Studien wissen wir:
Menschen, die sich fragen, ob sie dazugehören, interpretieren ganz normale Schwierigkeiten anders.

📚 In Arbeiten von Walton & Cohen (z. B. 2007, 2011) zeigt sich:
Wer Belonging Uncertainty erlebt, deutet kleine Hürden schnell als
„Beweis, dass ich hier nicht reinpasse“ –
während andere sie als normalen Teil des Lernprozesses sehen.

Besonders relevant:
Diese Effekte sind kontextabhängig und veränderbar.
Schon kleine Signale von Zugehörigkeit können die Wahrnehmung drehen –
und damit Motivation, Persistenz und Engagement deutlich beeinflussen. ✨

Kurz gesagt:
Nicht die Person ist das Problem,
sondern die Interpretation der Situation.

Was hilft gegen Belonging Uncertainty? 🔮
Es braucht keine großen Reden. Sondern kleine, sehr konkrete Signale:

3 Dinge, die wir immer wieder bewusst einsetzen:

1️⃣ Zugehörigkeit explizit machen
Nicht implizit hoffen, dass sich jemand willkommen fühlt.
Sondern es klar sagen, zeigen, leben:
„Du bist hier richtig. Genau so.“

2️⃣ Niedrige Einstiege, offene Enden
Aufgaben, bei denen man sofort anfangen kann –
und die nicht verraten, wer „Anfänger*in“ ist und wer nicht.

3️⃣ Menschen sichtbar machen, nicht nur Tools
Räume wirken über die Menschen darin.
Wenn Peers unterstützen, Namen kennen, mitlachen, mitdenken –
kippt das die Unsicherheit oft schneller als jede Erklärung.

Gerade jetzt, wenn wir neue Making- und MINT-Angebote fürs kommende Jahr planen, ist das ein guter Moment, genau hier hinzuschauen:

Welche Signale senden unsere Räume, unsere Sprache, unsere Einstiege?
Und für wen sind sie wirklich einladend? 🙌

Wenn aus vorsichtigem Zuschauen ein
„Okay… ich probier’s einfach mal.“ wird. ✨
Das ist kein Zufall. Das ist gestaltbar!
Und genau da wird aus MINT-Bildung mehr als Technik:
ein Ort, an dem Menschen sich zutrauen, dazuzugehören. 💜

Wie macht ihr Zugehörigkeit sichtbar – gerade für die, die zweifeln, ob sie dazugehören?

Hashtag#MINT Hashtag#MINTBildung Hashtag#HSRW Hashtag#EOLab
📷 Andi Weiland für MINTvernetzt

KW 50/2025

Jedem Kind ein Makingspace. Wie?

Beschweren, dass Kinder zu viel am Handy sind?
Klar.
Alternativen schaffen?
Uhhh… schwierig. 😅 

🙌 Jedem Kind ein Makingspace – wie kriegen wir’s hin?

Wir reden so oft darüber, dass Kinder „zu viel am Handy“ sind.
Aber selten darüber, warum es so zieht und was Alternativen wären.
Dopamin, Zugehörigkeit, schnelle Erfolge – alles Dinge, die Kreativräume auch liefern können, wenn wir sie gut gestalten.
Und mal ehrlich:
Selbst Erwachsene sehnen sich gerade nach „echten“ Tätigkeiten (Töpfern, Fermentieren, ...) 

Also, wenn wir wirklich wollen, dass Kinder weniger scrollen, müssen wir ihnen Räume geben, in denen sie gestalten dürfen 
– und die ihr Gehirn genauso belohnen wie TikTok.
Nur eben nachhaltiger, wärmer, echter.
❕ ABER: Es geht NICHT darum, einfach mehr Technik irgendwo abzustellen, sondern Konzepte & Settings zu entwickeln, die wirken.

Denn es geht um:
👉 Selbstwirksamkeit
👉 Begegnung
👉 Spaß
👉 Bedeutung

Ein Makingspace beginnt nicht mit Geräten – er beginnt mit einem Gefühl:„Du darfst. Du kannst. Du gehörst dazu.“
„Hier kannst du ausprobieren, scheitern, lachen, weitermachen.“

🧠 Ein kurzer Reality-Check für alle MINT-Einrichtungen:
Dürfen die Kinder bei euch wirklich frei im Raum alles benutzen?
Traut ihr ihnen echte Verantwortung zu (im sicheren Rahmen)?
Fühlen sie sich wirklich zugehörig?

⚙️ Und ja – klar, bei uns geht natürlich auch mal was schief
Müssen wir immer mal wieder "erklären", dass der 3D-Drucker nicht auf 200 % Druckgeschwindigkeit gehört?
➡️ Ja.
Müssen wir Eltern immer mal wieder freundlich daran erinnern, dass „OpenLab“ nicht heißt „ohne Anmeldung“?
➡️ Auch ja.

Aber wenn man das in einem gemeinsamen Wohlwollen tut, klären sich Situationen schnell.
Struktur und Freiheit schließen sich nicht aus.
Sie tragen einander.
Wir dürfen nur nicht aus Angst vor Chaos zu viele Regeln aufstellen –
und damit verhindern, dass Kinder sich jemals wirklich frei und kreativ im
Makingspace bewegen können.

✨ Wie Makingspaces funktionieren können
1️⃣ Setting first, Tools second
Atmosphäre schlägt Ausstattung. Immer.
2️⃣ Digitales + Analoges verbinden
Digitale Tools sind kein Feind – es braucht nur auch Analoges.
3️⃣ Begegnungsräume schaffen
Makingspaces sind Sozialräume. Vielleicht finden Kids ja im Lab genau die eine weitere Person, die total into Mangas ist, die sie sonst auf Social Media suchen würden?

💬 Und noch etwas, weil es mir wichtig ist 💜 
Warum ich immer mehr dazu übergehe, Makingspace zu sagen?
Weil ‚Maker‘ für mich männlich konnotiert ist und ich Räume schaffen will, in die sich niemand erst sprachlich reinsneaken muss.
Makingspace öffnet den Raum sprachlich für alle.
Sprache schafft Realität – und diese Realität soll offen sein.

Kinder brauchen Makingspaces, die wirken, einladen und empowern.
Nicht irgendwann.
Jetzt.
Wer ist dabei? 💚

KW 49/2025

Mehr Menschen im Makerspace. Wie?

🚨 Breaking News: SeniorINNEN melden sich öfter für FabLab-Workshops an als SeniorEN – wissenschaftlich (noch) nicht repräsentativ, aber hochinteressant 😄

Zwischen Interviews, Gesprächen und Workshop-Vorbereitungen taucht gerade eine Frage für mich immer wieder auf: Wie öffnen wir MINT so, dass wirklich mehr Menschen einen Zugang finden? 
Mein Take: 
👉 MINT muss sich auf zwei Weisen öffnen – explizit für neue Zielgruppen und für Anschluss an andere kulturelle Themen.

1️⃣ Öffnen für neue Zielgruppen
Zum Beispiel:
👵👴 Senior*innen
Wir mussten erstmal herausfinden:
Wie erreicht man sie überhaupt? Welche Wege funktionieren in unserer Stadt? Wer sind hier die Türöffner*innen? Und jetzt, wo die Anmeldungen reinschneien, merken wir der Zugang funktioniert und sind hyped! 🙌

👉 Das Wichtigste war herrlich simpel – ein Name und eine Telefonnummer.
Eine reale Person, die sagt:
„Ja, das ist was für Sie. Und ja, auch ganz ohne Vorerfahrungen.“
Diese Rückversicherungen zeigen, wie viel Mut es manchmal braucht und wie wichtig echte Ansprache ist.

Und, klar: Wir koppeln das Ganze wieder an Interviews und Forschung. 🔎 
Wenn wir Kinder mit ihren Bezugspersonen erreichen wollen, müssen wir deren Perspektiven verstehen – das wird eine sehr auswertungsintensive Winterpause. ☕📚😄

2️⃣ Öffnen für neue Themen & Kompetenzen
Viele sagen: Das K in MINKT steht für Kunst.
Ich sage: Es steht eher für KULTUR. 🤝
Für Musik, Film, Kunst, Sport, Sprache, Alltagserfahrungen, Kreativität – für all das, was Menschen mitbringen, bereits können oder lieben. Wenn wir hier Anknüpfungspunkte schaffen, können wir viel gewinnen.

Denn, ich glaube, MINT zündet bei vielen nicht im luftleeren Raum.
ABER: Man kann MINT wunderbar einbetten. 
Wenn wir MINT aus der Nische zurück in den Alltag holen, erreichen wir auch die besser, die wir verloren haben – und die, die sonst nie gekommen wären.

💡 Was bedeutet das für Angebote?
Dass sie an die eben genannten Bereiche anknüpfen und bestenfalls verschiedene Interessenstypen ansprechen (Holland, 1997):
👇 
Realistic: machen & werkeln
Investigative: forschen & verstehen
Artistic: gestalten & kreieren
Social: unterstützen & gemeinsam
Enterprising: leiten & entscheiden
Conventional: strukturieren & ordnen 

Und dass wir zum Beispiel auch andere Kompetenzen sichtbar in MINT-Kontexte übersetzen: z.B
👇 
Kreativität → Problemlösen
Kommunikation → Teamarbeit
Empathie → User-Centered Design
Strukturieren → Debuggen
Geduld → Programmieren
Ästhetisches Gespür → 3D-Design

Denn, und da bin ich mir sicher, wir werden mit unseren MINT-Angebot erst dann erfolgreich, wenn viele Menschen sagen können:
„Das ist was für mich.“

KW 49/2025

Teilhabe im Makerspace. Wie?

👀 Wenn dich eine fremde Person freundlich ermahnt mit
„Hey, wir wollten uns doch duzen!“ –
dann weißt du, das Setting stimmt. 😄

Am Wochenende hatten wir unsere neuen Create & Connect Days.
🙌 Und wieder wurde klar: Wenn man den Raum wirklich öffnet, Materialien gut vorbereitet und von Anfang an zeigt „Du gehörst dazu“, dann läuft’s 💯.

Die Anmeldungen waren ratzfatz voll, und letztlich haben wir uns zugetraut:
jeweils rund 30 Menschen pro Tag und los geht's. Vor allem unsere Young Creatives haben neue Kinder und Erwachsene direkt an die Hand genommen, integriert. Wenn eine Gruppe funktioniert, trägt sie sich selbst. 💪

Bei allen wurde aus „Ich schau mal zu“ schnell ein „Ich mach das einfach selbst“. Mein Highlight: ein selbst geplottetes T-Shirt einer Omi mit "Dog Grandma 🐶💚" ich schmelze! 😭 

Begleitet war das Ganze natürlich mit Forschung 🎙️:
❓ Wie erleben Eltern die Wirkung unserer Angebote auf ihre Kinder?
❓ Wie gelingt Elternbeteiligung – und wie erreichen wir auch Erwachsene, insbesondere Frauen, mit empowernden Formaten?

Ich bin super gespannt auf die Auswertungen der Interviews!

💡 Also: Unsere Tipps für OpenLabs, in denen Teilhabe funktioniert:

1️⃣ Öffnen: 
Teilhabe bedeutet gezielte Offenheit für alle Konstellationen (Kinder alleine, Kinder mit Eltern oder anderen Bezugspersonen, große Geschwister mit kleinen, you name it!) 

2️⃣ Klarheit schafft Sicherheit:
Jede*r bekam direkt ein Badge mit Namen und dem liebevollen Hinweis
1. Wir sind hier alle per Du.
2. Wir sind keine Gäste, wir gehören dazu.
3. Wir machen einfach – Fehler sind willkommen.
Hinten drauf: Logins, Programme, WLAN – alles, was man braucht, um direkt loszulegen. So braucht’s keine langen Einführungen.

3️⃣ Zugehörigkeit zeigen:
Sprache, Atmosphäre, Haltung – alles zählt. Wenn Teilhabe funktioniert, sieht man’s an der Vielfalt. 🌍

4️⃣ Flexibel bleiben:
Eine Mutter kam spontan am Freitag noch vorbei – sie hatte unser Plakat gesehen, aber Probleme mit Online-Anmeldung und Sprache. Also haben wir sie einfach noch mit aufgenommen. Barrieren abbauen heißt manchmal improvisieren.

5️⃣ Niedrig anfangen, offen enden.
Kleine Einstiegsstationen wirken Wunder.

🔹 Lasern: Schilder & Untersetzer gestalten (unser geliebter Mr. Beam Laser war im Dauerbetrieb 😍)
🔹 3D-Drucken: ein paar Beispiele, sonst Freestyle in TinkerCAD und was das Web zu bieten hat 💡
🔹 Calliope-Programmierung: als Beispiel eine Bewässerungsanzeige mit Blumentöpfen & Samen 🌿 
🔹 Textilien-Plotten: eigene Sachen oder kleine Reißverschlusstäschchen – günstig, praktisch, perfekt zum Start 👕 

6️⃣ Kaffee wirkt.
Unsere inoffizielle fünfte Station: Kaffee, Snacks & Kuchen ☕🍪 das bringt Leute zusammen!

7️⃣ Teamwork:
Mit dem richtigen Team ist alles machbar. 

KW 38/2025

KI in MINT-Angeboten nutzen. Wie?

Letzten Freitag war ich beim KIforGood-Barcamp dabei. Selten hatte ich bei einer Veranstaltung so große Probleme, mich pro Block für nur eine Session zu entscheiden! 🙄🎉

Für mich als Bildungsforscherin und Akteurin im Makerspace gab es so viele Impulse, die ich direkt in die Praxis übertragen möchte ❣️

KI ist nicht nur ein Tool zur Effizienzsteigerung – sie kann unsere Angebote wirklich bereichern! Die entscheidende Frage: 

(... natürlich neben der Frage: Wie machen wir Kinder und Jugendliche in unseren Labs fit für KI? ... )

👉 Wo kann KI unsere Arbeit unterstützen und qualitativ verstärken?

Hier sind meine 5 Impulse für die MINT-Praxis:

1️⃣ Organisation & Struktur 🗂️
In außerschulischen Lernorten wird viel von uns gefordert 🤯 KI kann hier super unterstützen: Aufgaben strukturieren, Abläufe übersichtlich halten und uns so Freiraum schaffen, um uns wirklich auf die Kinder und Projekte zu konzentrieren. ( … da ist sie doch, die Effizienzsteigerung 😁)

2️⃣ Storytelling 📖
MINT lebt von Geschichten, die Kinder und Jugendliche begeistern.
KI kann helfen, aus Fakten, Projekten oder Workshop-Ideen spannende Narrative zu bauen. ✨

3️⃣ Wissenssicherung & Dokumentation 🧠
In unseren Teams steckt unglaublich viel implizites Wissen – und bei Fluktuation geht oft viel verloren. Mit KI: Gespräche transkribieren, Wissen strukturieren, Wartungsdokumentationen für Maschinen erstellen. So wird alles, was sonst in Köpfen oder Zetteln verschwindet, schnell und einfach zugänglich und nutzbar.

4️⃣ Workshop-Entwicklung & Zielgruppenansprache 👩‍🏫
KI als Sparringspartnerin: Konzepte entwickeln, Zielgruppen analysieren, Materialien visualisieren. Aber: ⚠️ Partizipation und Feedback von echten Kindern bleiben Pflicht! 👧

5️⃣ Kreative Anwendungen im FabLab 🛠️
Unendliche Möglichkeiten! 🔮 Zum Beispiel Fotos in Lineart umwandeln → perfekt zum Lasern oder Plotten, Prototypen-Pläne oder Designideen generieren, bei der Dokumentation von Projekten unterstützen lassen, Ideenfindung mit Kindern anregen – sparsam einsetzen, nicht als Ersatz für andere Kreativmethoden ☝
 

KW 37/2025

Soziale Eingebundenheit in Makerspaces. Wie?

FabLabs ohne Menschen? Nur Räume mit Werkzeug. 😅
Lieber: 1. Komm rein. 2. Triff Leute. 3. Mach Sachen. 💡🤝✨

Eine Community aufzubauen funktioniert aber nicht automatisch ⚡.
In FabLabs und Makerspaces stehen oft tolle Geräte im Vordergrund, aber zum Wohlfühlen und Wiederkommen führt nicht der 3D-Drucker – sondern die Menschen im Lab ❤️.

Forschung zeigt: Soziale Eingebundenheit ist entscheidend für Motivation, Kreativität und langfristiges Engagement 🌱💡. Besonders Kinder
und Jugendliche profitieren davon, wenn sie sich unterstützt fühlen, gemeinsam lernen können und Mentor*innen soziale Beziehungen fördern (Deci & Ryan, 2002; Smolarczyk et al., 2024; Lee et al., 2017; Hughes et al., 2022; Norouzi et al., 2023).

Hier gibt's Tipps für Labs, die Menschen verbinden wollen 💛🌈:

1️⃣ Routinen & kleine Rituale: Check-ins starten bei uns mit „Na, wie war deine Woche?“ 😊. Die Kinder tragen sich auf ein großes Young Creatives Monats-Plakat mit der Überschrift „Schön, dass du da bist!“ ein – so sehen sie sich direkt zu Beginn als Teil der Gruppe. 

2️⃣ Ergebnisse sichtbar machen & Projekte lagern: Kinder dürfen ihre Projekte über längere Zeit im Lab lagern, damit alles gemeinsam wächst und sichtbar bleibt 🌱✨

3️⃣ Peer-to-Peer Austausch fördern: Kinder bewusst zusammenbringen, die sonst nicht zusammenarbeiten würden, und ermutigen, ihre Projekte anderen zu zeigen 🙌. Auch immer mal wieder altersgerechte & coole „Kennenlernaktionen“ einstreuen 🎊

4️⃣ Mentor*innen sind Brückenbauer*innen: Sie fördern Vertrauen, beobachten Teamdynamiken und bringen Kinder gezielt ins Gespräch. Teamflow & Pausen nicht vergessen! ☕🍪 Wenn wir gemeinsam zwischendurch lachen und auch selbst mitmachen, macht das den Unterschied 🎇

5️⃣ Digitale Räume öffnen: Chats, Boards oder regelmäßige Updates per E-Mail an die Eltern stärken Austausch auch zwischen den Workshops 💻✨. Hier kann man Fortschritte teilen, Inspiration sammeln oder kleine Challenges stellen. In unserer Fokusgruppenstudie haben die Kinder und Jugendlichen das explizit gewünscht. Bisher lag unser Fokus eher auf der Kommunikation über die Eltern – aus Gründen wie Datenschutz, Smartphone-Nutzung und Co.

Wir merken jeden Freitag im OpenLab, wie wichtig unser Miteinander ist, genießen diesen schönen Vibe und kriegen immer wieder auch von Eltern zurückgemeldet, dass wir einen echten Wohlfühlort kreiert haben 🌟. Das zeigt uns immer wieder, wie wichtig diese „Hintergrundarbeit“ ist. 

KW 36/2025

Kompetenzerleben im Makerspace fördern. Wie?

Okay – nichts gegen den guten alten Schlüsselanhänger… 🔑

Auch ich bin ihm wieder verfallen: Erstes Young Creatives OpenLab nach den Sommerferien, und da war er wieder 😅

Aber es gibt eine herzerwärmende Story dazu ❣️ 

Ein Mädchen, das zu Beginn unserer Workshops noch kaum Deutsch sprach, kam am Freitag direkt zu mir und erzählte voller Stolz:

„Ich wurde heute zur Klassensprecherin gewählt!“ 🤩 

Meine spontane Überraschung für sie: ein schnell gelaserter, persönlicher "Klassensprecherin 👑" Schlüsselanhänger aus Holz – als Symbol für ihre neue Rolle. Sie war soo stolz und soo dankbar! 🙌 Der baumelte dann direkt am Schlüsselband. Making kann Empowerment sichtbar machen 💪✨

Aber: Wenn bei Kindern zu oft „Ich kann alles machen“ bei „Ich habe einen Schlüsselanhänger“ endet, haben wir ein Problem 😅

In der Wissenschaft nennen wir das "Keychain-Syndrome" (Blikstein et al., 2013). Kompetenzen im FabLab erleben und ausbauen? Easier said than done.

Typische Herausforderungen im FabLab oder Makerspace:
⏳ Zu wenig Zeit → Projekte bleiben oberflächlich
🎢 Zu einfach oder zu komplex → Entweder langweilig oder völlig überfordernd
🤔 Selbstzweifel in MINT → „Ich bin einfach nicht so der/die Maker*in…“ (doch, bist du!)
🛠️ Falsche Unterstützung → Ich bin der festen Überzeugung: Bevormundung killt Selbstvertrauen viel schneller als "zu wenig" Hilfe

Also: 5 Tipps für echtes Kompetenzerleben im MINT-Angebot

1️⃣ Kleine Erfolgserlebnisse ermöglichen
Aufwärm-Challenges oder Mini-Projekte geben schnell erste Erfolge (z. B. ein Login, ein Filament-Wechsel, ein erster kleiner Sketch) steigern Motivation und Selbstvertrauen (Deci & Ryan, 2000) 🏁

2️⃣ Umgebung alters- und skillgerecht gestalten
Hardware, Software, Tutorials, Inspiration. Nicht zu leicht, nicht zu schwer – optimal ist die „Challenge-Skill-Balance“ (Csikszentmihalyi, 1990) 🤝 

3️⃣ Strukturen bieten, aber Kreativität zulassen
Methoden wie Design-Thinking-Phasen oder gemeinsames Schritt-für-Schritt-Prototyping geben Orientierung, ohne Kreativität zu begrenzen (Brown, 2008) 🧠 

4️⃣ Fortschritte sichtbar machen und feiern
Zwischenschritte dokumentieren, Prototypen präsentieren, kleine Siege anerkennen. Das geht am besten gemeinsam! 💯 Bietet Gelegenheiten Eltern, Freunde, Geschwister oder andere Angehörige einzuladen! 🌈 

5️⃣ Eigenständigkeit und Peer-Lernen fördern
Kinder eigene Lösungen finden lassen, zuhören, Hilfestellung gezielt einsetzen, Ideen wertschätzen. Mittlerweile ist mein innerer Reflex bei jeder Frage erstmal "ok ... wer von den anderen Kids könnte das wissen" 🤨 Davon profitieren alle! 

Kompetenz heißt nicht, alles sofort perfekt zu können, sondern Herausforderungen anzunehmen, eigene Lösungen zu entwickeln und am Ende sagen zu können:
„Hey, ich hab’s geschafft... oder auch nicht, aber ich hab's probiert!“ 🎊 
Wie seht ihr das? ☺️ 

KW 32/2025

Autonomie in Makerspaces. Wie?

💁‍♀️: „Das man machen konnte, was man wollte.“

So antwortete eine Jugendliche in einem Fragebogen, als wir sie gefragt haben, was ihr an den Workshops am besten gefallen hat.

Offene Lernräume wie FabLabs oder Makerspaces leben genau von dieser Freiheit – von Autonomie. 🚀 Sie motiviert, ermöglicht eigene Ideen zu verfolgen und stärkt das Engagement.

In der formalen Bildung sieht es leider häufig anders aus: 📚 Jugendliche haben eher selten die Möglichkeit, eigene Fragestellungen oder Projekte zu wählen – das zeigt sich sowohl in der Praxis als auch in Studien zu MINT-Bildung (McLure et al., 2022; Tang et al., 2024)

Doch Autonomie allein reicht auch an außerschulischen Bildungsorten nicht aus. ⚖️ Sie entfaltet ihre Wirkung nur, wenn Selbstregulationskompetenzen entwickelt und Kinder und Jugendliche durch hilfreiche Strukturen begleitet werden. 

Kinder und Jugendliche brauchen also Gelegenheiten in denen sie lernen können:

🎯 eigene Ziele zu setzen
💪 motiviert dranzubleiben
🛠️ Hindernisse zu überwinden
🔄 Fortschritte zu reflektieren

Wie kann man ihnen dabei helfen?

✔️ Struktur geben, ohne Freiheit zu nehmen: Design-Thinking-Phasen (Brown, 2008) 📝 bieten Orientierung, ohne die Entscheidungsfreiheit einzuschränken. 

✔️ Handlungspläne entwickeln: Methoden wie WOOP (Wish, Outcome, Obstacle, Plan; Oettingen et al., 2010) helfen dabei, aus Ideen konkrete Schritte zu machen. 

✔️ Emotionen ernst nehmen: Laut der Control-Value Theory of Achievement Emotions (Pekrun, 2006) beeinflussen Kontrolle und Wert die Lernemotionen. Spaß ist kein "netter Bonus", sondern zentral für Motivation und Lernerfolg. Langeweile ist auch kein "neutraler Zustand", sondern eine echte Barriere für Fortschritt, besonders wenn Projekte als wenig relevant wahrgenommen werden (Possaghi et al., 2024). ⚡

Die Herausforderung für uns liegt also darin, Freiheit und Struktur in Balance zu bringen:

🟢 Freiheit ermöglichen (Ermutigen, Vertrauen)
🟣 Struktur geben (Tools, Phasen, Methoden)
🔵 Kompetenzen fördern (Selbstregulation, passende Hard- und Software)

Mentor*innen übernehmen dabei eine doppelte Rolle: 🤝 Freiheit zulassen und gleichzeitig helfen (ohne zu nerven 😅). Aber die Herausforderung ist natürlich auch, dass aus „machen, was man will“ nicht „nichts gemacht“ wird. 💪 

💡 Offene Lernräume entfalten ihr Potenzial vor allem dann, wenn Autonomie, Struktur und Begleitung zusammenwirken – und ja, ein bisschen Chaos gehört da manchmal auch dazu 😅 

KW 27/2025

Partizipation im Makerspace. Wie?

👋 Du planst MINT-Programme? Hier kommen frische, praxisnahe Ideen, wie du Kinder und Jugendliche aktiv mitgestalten lässt – von der Planung bis zur Reflexion 💯 

1️⃣ Vorab – Gemeinsam planen 📝

🔍 Fokusgruppen sind der Klassiker: Du hörst den Kids zu, erfährst, was sie wirklich wollen, und passt dein Angebot an. Klingt alt und langweilig, funktioniert aber super.
(Pssst: Anleitung gibt’s hier → Link zum MINT-Campus) 🤝 

🎉 „Wünsch-dir-was-Tag“: Einmal im Monat fragen, was sich die Kids wünschen – und zwar ohne Augenrollen oder „Was soll das denn bringen?“-Blicke. Einfach mal eine Wunschbox aufstellen oder ne Pinnwand bekleben und die Ideen sprudeln lassen. 

🤖 KI-gestützte Ideengenerierung: Zusammen mit den Kids Ideen spinnen und dann gemeinsam ausmisten, was wirklich spannend ist.

2️⃣ Währenddessen – Aktiv einbinden 🚀

🛑 Tech-Tester*innen: Neue Geräte und Tools gehen immer soweit möglich zuerst an die Kids zum Ausprobieren. Gemeinsam könnt ihr mit dem Feedback das Nutzungserlebnis verbessern.

🖌️ Design your (Maker)space: Lass Kinder ihren eigenen Lern- und Kreativraum gestalten – von Sitzordnung bis zu den Gerätestationen oder der Materialsortierung. Das schafft echte Identifikation! 

🏆 Maker*in des Monats & Role Models: Wählt regelmäßig „Maker*innen des Monats“, die als Vorbilder und Sprecher*innen fungieren. Erfahrene Kids nehmen neue Kids an die Hand, das macht unglaublich stolz!

👍 Feedback-Karten & Emoji-Barometer: Kurz und knackig. Kinder geben zwischendurch anonym Feedback oder bewerten Aktionen visuell mit Emojis. Geht schnell und kostet nix. Wirkt aber trotzdem als "hier interessiert sich jemand dafür, was ich denke!"


3️⃣ Danach – Reflexion & Weiterentwicklung 🔄

🧩 Feedback direkt einholen: Persönliche Gespräche oder Gesprächsrunden nach gemeinsamen Aktionen lassen euch gemeinsam herausfinden, was gut lief und was noch besser werden kann. 

🕵‍♀️ Kinder als Design-Scouts: Ernennt gemeinsam Kinder, die laufend Stimmungen und Wünsche sammeln und weitergeben – so bleibt dein Angebot lebendig.

👭👭👬 Eltern als Geheimwaffe: Kinder erzählen vielleicht zuhause mehr als vor Ort. Sprecht mit den Eltern! Die kennen oft die wahren Gründe für Motivation oder Pausen.

👉 Warum das alles?

Partizipation ist kein Add-on, sondern der Kern gelungener Bildungsarbeit. Wenn Kinder und Jugendliche mitdenken, mitreden und mitgestalten, entstehen MINT-Angebote, die empowern, begeistern und nachhaltige Lernräume schaffen 💪 

Wir merken in unseren Angeboten, dass Beteiligung dann besonders gut funktioniert, wenn sie Teil des Alltags ist – nicht nur ein Event 🥰 

KW 25/2025

Werbung für Makerspaces. Wie?

Wenn du versuchst, mit deinem Angebot alle zu erreichen, erreichst du … genau: niemanden. 

Ich weiß, das klingt hart – aber so ist das mit Zielgruppen. Willkommen in der Bildungs-Marketing-Welt 😅 

Ja, auch wir brauchen gutes Targeting! 

Was mir immer wieder auffällt – vor allem, wenn mich Leute um Feedback zu Flyern, Workshopkonzepten oder Angeboten bitten: Viele wollen alles für alle sein.

Sorry to break it to you: Das klappt nicht. Nicht mit einem Angebot 🙅‍♀️ Gerade im MINT-Bereich ist das tricky – Empowerment, neue Interessen, 3D-Modellierungskompetenzen – und bestenfalls noch ein bisschen Weltrettung in zwei Stunden. 🌍🔧

👉 Wen willst du wirklich ansprechen? Und wie soll dein Angebot wirklich wirken?

🧭 Eine hilfreiche Orientierung gibt’s von Malcolm et al. (2003) mit vier Dimensionen, mit denen man Angebote entlang eines Spektrums von Formalität vs. Informalität analysieren kann:

1️⃣ Purpose – Wofür überhaupt?
Geht’s ums Lernen (formal)? Oder passiert Lernen eher nebenbei beim Machen (informell)? Sind bestimmte Zertifikate erreichbar (formal) oder soll es einfach nur Spaß machen (informell)?

2️⃣ Location & Setting – Wo & wie?
Findet’s im Schulgebäude statt (formal), im FabLab oder im Park (informell)? Gibt’s feste Zeiten und Strukturen? 

3️⃣ Processes – Wie läuft das Lernen ab?
Gibt’s Freiraum zum Rumprobieren (informell)? Oder ist alles didaktisch geplant, mit klarer Anleitung und Ziel (formal)?

4️⃣ Content – Was wird gelernt?
Geht’s um Fachwissen und klassische MINT-Inhalte (formal) oder Alltagskompetenzen und eigene Ideen (informell)?

💡 Wenn diese vier Dimensionen in ihrer Formalität nicht zusammenpassen, merken das deine Teilnehmenden sofort – und zwar egal, ob 8 oder 18 Jahre alt. Egal, ob easy-to-ignore Gruppe oder nicht.

JA! Kinder und Jugendliche wollen auch mal hustlen, richtig was lernen, was komplexes erfinden 💡🔬 – ABER sie wollen auch mal was Sinnloses bauen, komplett selbst entscheiden – und in der Sonne chillen ☀️

Und du musst wissen, was von beidem du anbietest. Und für wen.
Beides ist wichtig. Beides wird gebraucht. Aber meist eben nicht im selben Workshop. Und es ist total okay, mal die „Nachhaltigkeitsprofis“ mit komplexeren Projekten abzuholen – genauso wie die „Hab keine Ahnung, bin zufällig hier“-Gruppe mit einem offenen Making-Angebot. Und nein, das heißt nicht, dass du Stereotype bedienen sollst. 

✨ Aber du brauchst ein Konzept, das weiß, was es will. 

🔁 Und, um das Bild nochmal aufzugreifen:
Ja, du hast wahrscheinlich eher ein Bild von mir in Bluse, mit Brille und einem 3D-Drucker im Hintergrund erwartet (formal), oder?
🎯 Genau darum geht’s: Wenn Bild und Inhalt nicht zusammenpassen, fühlt sich was off an. In Bildungsangeboten passiert das ständig: Die äußere Form vermittelt etwas anderes als der Inhalt hält.

KW 23/2025

Interessen entwickeln im Makerspace. Wie?

Ich sag’s, wie’s ist:
Was bringt mehr Kids ins FabLab als ein neuer 3D-Drucker?
Spoiler: Eis. 🍧

Okay, nicht nur Eis. Sondern: Atmosphäre, Beziehung, Relevanz – und ein bisschen Motivationspsychologie.
👉 Ich hab die letzten Wochen mal durch die Brille des Four-Phase Model of Interest Development (Hidi & Renninger, 2006) reflektiert.

Wie kann man bei der Planung von MINT-Angeboten gezielt die Interessensentwicklung ansteuern? 🎯 

1️⃣ Aufmerksamkeit wecken (Triggered Situational Interest)
Interesse zündet oft durch Überraschung, Emotion oder Relevanz.
✨ Neue Themen wie Schmuck, cooles T-Shirt-Design, ein fresher „Summer-Edition“-Flyer, Coden im Grünen – und ja: auch Eis.
💘 Der Moment, in dem Kids denken: „Oh, das klingt cool.“

2️⃣ Interesse halten (Maintained Situational Interest)
Eine gute Stimmung, jugendkulturelle Inhalte und schnelle Erfolgserlebnisse sorgen dafür, dass das erste Interesse nicht gleich verpufft.
✨ Bring-a-friend-Formate, Musik, lockere Vibes, kein Frontalformat
💘 Sie kommen – und wollen bleiben.

3️⃣ Persönlicher Bezug entsteht (Emerging Individual Interest)
Mit der Zeit bauen Kinder eine echte Verbindung auf. Das Interesse wird eigenständiger, persönlicher, relevanter.
✨ Persönliche Einladung. Projekte vom letzten Mal, die „fast fertig“ sind. (Kleiner Geheimtipp! Stresst euch in den letzten 5 Minuten mit den Kindern nicht, nutzt die Cliffhanger! 😉) 
💘 Das FabLab wird ihr Ort.

4️⃣ Tiefe Bindung (Well-Developed Individual Interest)
Wer sich zugehörig fühlt, bringt eigene Ideen ein, übernimmt Verantwortung – und wird Teil einer Community.
✨ Sie erklären Neuen die Technik, designen sich gemeinsame Freundschaftsbändchen, starten eigene Mini-Workshops.
💘 Das Interesse wird Teil ihres Selbstverständnisses. Und das bleibt.

💡 Von 6 auf 23 OpenLab-Teilnehmende in nur einer Woche. Es braucht nicht immer mehr Technik. Manchmal reicht ein bisschen mehr Psychologie. Und dann? Alle Plätze weg und Warteliste. Aber: Nice try. Unsere Kids kommen einfach trotzdem. 😄
Diesmal war ich wirklich überrascht, wie gut die kleinen Dinge gewirkt haben. Aber sie wirken, weil sie eingebettet sind in ein durchdachtes, partizipatives Setting.

🔮 Mein Blick als Wissenschaftlerin & Praktikerin
Ich forsche zu Motivation, Partizipation und Empowerment in außerschulischen Bildungssettings. Und ich steh selbst im FabLab – am Lasercutter, 3D-Drucker, Plotter oder Coding Laptop mit einem offenen Ohr für alle Themen und Ideen der Kinder.
Ich finde: Theorie + Forschung + Praxis = Magic. ✨
Große Studien UND kleine Erfolgserlebnisse.
Planung UND Improvisation.
Daraus folgen echte Learnings. Und die teile ich gerne! 😊 

Wenn wir verstehen, wie Interesse entsteht und wächst, können wir Angebote so gestalten, dass sie wirken – nicht zufällig, sondern mit System.
 

KW 20/2025

Teilnahme erhöhen in Makerspaces. Wie?

😭 Weniger Teilnehmende – und irgendwie bleiben vor allem die Jungs hängen?
Kommt dir bekannt vor? Dann bist du nicht allein.

In offenen MINT- und Making-Angeboten beobachten viele von uns:
➡️ Die Teilnahme schwankt.
➡️ Mädchen und diverse Jugendliche sind oft schwerer dauerhaft zu erreichen. Es gibt viele Konkurrenzangebote, vor allem im Sommer.
➡️ Und man fragt sich irgendwann: Was machen wir falsch – oder besser: Was könnten wir anders machen?

Hier ein paar Impulse ✨

🎨 Frische Materialien – frische Ideen:
Manchmal sind die Kids einfach kurz durch mit dem, was sie im Lab schon kennen. Deswegen: Wirb gezielt mit neuen Highlights! Ob Schmuck, Textildruck, oder digitale Tools – Neues schafft neue Anknüpfungspunkte für Kreativität und Interesse. 

🌞 Saisonal denken hilft!
Flyer in Sommer- oder Winter-Edition bringen frischen Wind und sprechen Emotionen an. (Siehe Bild – ja, ich bin keine Designerin, aber hey, sie wirken! 😄 Und btw: Rückblickend hätten wir es „Winter Edition“ statt „Christmas Edition“ framen sollen, das wäre viel inklusiver – wissen wir fürs nächste Mal besser)

🍧 So was Simples wie Wassereis.
Manchmal reicht ein Wassereis. Oder Decken zum Coden im Grünen. Kleinigkeiten, die eine neue Atmosphäre schaffen und den Gedanken entfachen "ach cool, ich gehe wieder hin!" 

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Eine Liste, ein Messenger-Verteiler, ein Stapel Postkarten – Hauptsache du kannst Kinder, die schon mal da waren, direkt wieder einladen. Niedrigschwellig, persönlich, regelmäßig.

🤝 Bring a friend!
Formate mit einem klaren sozialen Aufhänger funktionieren oft besser als jedes Poster. Wer schon mal da war, bringt gern jemanden mit – wenn die Stimmung stimmt.

💪 Mitgestalten lassen:
Wer kommt, darf Ideen einbringen, Formate mitgestalten oder selbst anleiten. Das schafft Bindung und Stolz.
 

KW 18/2025

Empowerment im Makerspace. Wie?

🔥 Empowerment durch MINT: Wie FabLabs und Makerspaces Jugendlichen dabei helfen können, ihr Leben und ihre Umwelt aktiv zu gestalten 💌 

Eine Blume wächst nicht, wenn wir einfach fest am Stängel ziehen 🤦‍♀️ Sie braucht das richtige Umfeld, ein bisschen Zeit und die Freiheit, sich zu entfalten. Genauso brauchen Jugendliche das passende Umfeld, um ihren eigenen Weg zu finden. Sie brauchen Raum, Freiheit und die richtigen Tools, um sich auszuprobieren 🌸 Und das Schöne ist: Jeder Space kann ein Maker*innenspace sein! 🌼 

☄️ Was ist eigentlich Empowerment?

Ja, klingt einfach nach einem coolen Buzzword 🌟, beschreibt aber den Prozess, in dem Individuen (ja, auch Kinder und Jugendliche) Kontrolle über ihre eigenen Fähigkeiten, Entscheidungen und ihre Zukunft erlangen (Rappaport, 1987; Zimmerman, 1995). Empowerte Individuen sind resilienter und damit weniger anfällig für Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit. Um sich darin zu üben, brauchen Jugendliche sichere, unterstützende Umfelder – wie sie MINT-Angebote wie FabLabs und Makerspaces bieten können.

☄️ Wie kann man Möglichkeiten für Empowerment schaffen? 

☀️ Selbstbestimmtes Lernen
Jugendliche setzen ihre eigenen Ideen um und lösen eigene Probleme kreativ. Das stärkt ihre Selbstwirksamkeit. Einfach ausprobieren, verkacken, lachen, lernen, besser machen.

☀️ Interessens-Dimensionen nutzen
Wir wissen, dass es unterschiedliche Interessenstypen gibt, die durch verschiedene Angebote angesprochen werden können. Hier kann z. B. das RIASEC-Modell ins Spiel kommen, das Interessen in sechs Typen kategorisiert: Realistic, Investigative, Artistic, Social, Enterprising und Conventional (Holland, 1997). Wenn Technik mit Kunst oder Soziales mit Technik kombiniert wird, können MINT-Angebote Zielgruppen erreichen, die sich sonst nicht angesprochen fühlen.

☀️ Zugänge schaffen
Empowerment bedeutet auch, Barrieren abzubauen. Hier braucht es unseren Effort. Es ist immer aufwändiger und schwieriger, bestimmte Zielgruppen zu erreichen, als die Angebote mit den Kindern und Jugendlichen zu füllen, die sich sowieso anmelden (oder angemeldet werden). 

☀️ Community, Kollaboration & Mentoring
MINT-Orte wie FabLabs und Makerspaces sind soziale Orte ❣️ Der Austausch mit Peers und das gemeinsame Tüfteln schaffen Möglichkeiten für Empowerment durch Zugehörigkeit und gegenseitige Unterstützung. 

Indem wir Jugendliche in sicheren, kreativen MINT-Umfeldern unterstützen, geben wir ihnen die Tools, um selbstbestimmt ihre Zukunft zu gestalten 🌈 Wir lassen sie also nicht "nur" ihre eigenen Projekte umsetzen, sondern auch ihr Vertrauen in ihre Fähigkeiten und ihr Potential aufbauen – und das ist der wahre Kern von Empowerment. Wer weiß, welche innovativen Ideen die nächste Generation von MINT-Enthusiast*innen auf den Weg bringt? Unsere Aufgabe ist es jedenfalls, den Boden für ihre Entfaltung zu bereiten 🌟🌻 
 

KW 17/2025

Begeisterung im Makerspace. Wie?

⁉️ MINT & Spaß? 🤝 Wahrscheinlich nur in meiner Bubble so selbstverständlich ... viele andere so: 💀 

Klar, FabLabs & Makerspaces sind cool – 3D-Drucker, Lasercutter, blinkende Dinge. Aber ob jemand überhaupt den ersten Schritt macht und dann auch langfristig motiviert bleibt, ist eine psychologische Reise. Hier mal ein kleiner Einblick 🚀:

🔎 1. Bevor es losgeht: Theory of Planned Behaviour (TPB, Ajzen 1991)
Warum entscheidet sich jemand überhaupt, in einen Makerspace zu gehen? Die TPB zeigt, dass drei Aspekte wichtig sind:
✔ Einstellung – „Klingt cool, könnte was für mich sein!“
✔ Soziale Normen – „Meine Freund*innen machen das"
✔ Wahrgenommene Verhaltenskontrolle – „Ich traue mir zu, mit Technik umzugehen, ich kann mir das Angebot leisten und ich komme da irgendwie hin.“

🙌 Was kannst du tun?
Stelle sicher, dass dein Angebot ansprechend und zielgruppengerecht beworben wird und negative Stereotype entkräftet.
Sorge dafür, dass Kinder Freund*innen zu den Angeboten mitbringen dürfen. 
Gestalte dein Angebot auf verschiedenen Ebenen so niederschwellig wie möglich.

💯 2. Dran bleiben & durchstarten: Self-Determination Theory (SDT, Ryan & Deci 2002)
Was hält Leute bei der Stange? Die SDT zeigt, dass langfristige Motivation entsteht, wenn drei Bedürfnisse erfüllt werden:
✔ Autonomie – „Ich entscheide, was ich mache!“
✔ Kompetenz – „Ich hab's geschafft!“
✔ Soziale Eingebundenheit – „Hier sind Leute, mit denen ich gern Zeit verbringe.“

🙌 Was kannst du tun?
Biete Freiraum, um eigene Projekte zu entwickeln und selbstbestimmt zu arbeiten.
Stelle sicher, dass es ausreichend Unterstützung gibt, sodass jeder das Gefühl hat, sich weiterentwickeln zu können.
Fördere ein Gemeinschaftsgefühl durch regelmäßige Gruppenaktivitäten oder kollaborative Projekte.

⚡ 3. Der Sweet Spot: FLOW-Theory (Csikszentmihalyi, 1975 ... jetzt weiß ich wie sich alle fühlen, die meinen Nachnamen immer Copy & Pasten müssen 😂) Wenn man völlig in seiner Arbeit versinkt, die Zeit einfach vergeht – das ist Flow. Passiert, wenn Herausforderung & Fähigkeit perfekt ausbalanciert sind. 

🙌 Was kannst du tun?
Achte darauf, dass die Jugendlichen genug Zeit und Raum haben, um sich tief in ihr Projekt zu vertiefen und stelle sicher, dass Unterstützung in Form von Feedback und Anleitung zur Verfügung steht, wenn die Aufgabe zu schwierig wird.

Was hilft außerdem?
🙌 ein Growth Mindset (Dweck, 2012): „Fehler sind Teil des Lernprozesses!“& "Ich gebe niemals auf!"

✨🔮 Wir sollten nicht nur über Technik reden, sondern auch über Psychologie. Denn ohne die richtigen Rahmenbedingungen bleibt der 3D-Drucker ungenutzt! Ein Makerspace kann noch so gut ausgestattet sein – ohne die richtige psychologische Unterstützung fehlt oft der entscheidende Anreiz, sich wirklich darauf einzulassen.

KW 15/2025

Community im Makerspace. Wie?

Was sich MINT-Angebote beim Ehrenamt abschauen sollten ⛺⚽🙌 

Wenig hat mich so geprägt wie die ehrenamtliche Leitung eines Kinder- und Jugendzeltlagers für 10 Jahre. Es gibt so viele wunderbare ehrenamtliche Initiativen: Von Sportvereinen über Chöre bis hin zu Jugendgruppen. Dort kann man sich einiges abschauen! 💫 

🧩 Jede*r ist willkommen: Egal, ob Anfänger*in oder Fortgeschrittene*r – alle können mitmachen.

🧩 Man lernt durch Erlebnisse: Egal, ob bei einem Zeltlager, im Training oder auf einer Chorprobe – man lernt und entwickelt sich weiter, indem man aktiv wird, mitmacht und sich ausprobiert.

🧩 Die Verantwortung wird verteilt: Man agiert im Team und verteilt verschiedene Aufgabengebiete auf verschiedene Personen.

🧩 Jede*r kann etwas beitragen: Beim Vereinsfest werden viele verschiedene Dinge benötigt, PR, Deko, Verpflegung – verschiedene Talente und Ressourcen werden genutzt.

🧩 Man erschafft langfristige Strukturen: Gruppen wachsen gemeinsam und Projekte werden nachhaltig weitergeführt.

🧩 Man inspiriert andere: Die Kleinen schauen zu den Großen auf. Man hat die Vorbilder quasi direkt mit dabei und inspiriert auch andere, sich zu engagieren.

🧩 Man vernetzt sich mit anderen: Es geht nicht nur um die eigene Gruppe, sondern darum, regionale Kooperationen aufzubauen, Ressourcen und Erfahrungen zu teilen. 

🧩 Man hat Spaß: Und das ist vielleicht der wichtigste Punkt! Ob im Zeltlager oder auf dem Spielfeld – Freude und Begeisterung sind der Schlüssel für langfristiges Engagement und kontinuierliche Aktivität, auch im MINT-Bereich!

Ich glaube MINT-Angebote könnten viel gewinnen, wenn sie diese Prinzipien aufgreifen würden. Hat jemand hier schon positive Erfahrungen gesammelt? 😊 

Foto: © Jakob Fischer

KW 50/2024

Konzentration im Makerspace. Wie?

🌟 Praxistipp für FabLabs und andere MINT-Angebote: Ladesäule für Kinder – mit Fidget Toys! 🧩

In FabLabs gibt es viel mit den eigenen Händen zu tun. Wer dort aktiv ist, weiß, wie sehr Kinder es genießen, die Stützstrukturen von 3D-Drucken zu entfernen oder Plotterfolie zu entgittern. Doch es gibt auch Phasen, in denen längere Konzentration am Laptop gefragt ist, zum Beispiel beim 3D-Design. Um den Kindern dabei zu helfen, konzentriert und motiviert zu bleiben, haben wir gemeinsam mit ihnen eine „Ladesäule“ entwickelt, die mit verschiedenen Fidget Toys bestückt ist. 

Die Kinder lieben es, sich dort ihre Lieblingsstücke auszusuchen oder etwas Neues zu entdecken. Das Beste daran: Viele der Fidget Toys können direkt im FabLab per 3D-Druck selbst hergestellt werden, was auch gleich einen Bezug zur Technologie schafft. ✨

Natürlich ist nicht jede Lösung für jedes Kind ideal, und es kann auch zu Überstimulation kommen. Doch wir wissen, dass sensorische Stimulation für viele Kinder eine wertvolle Hilfe sein kann, um die Konzentration zu fördern oder einfach mal kurz abzuschalten. Und seien wir mal ehrlich: Wer von uns spielt nicht ab und zu mit etwas herum, um die eigene Konzentration zu unterstützen? 😊

Statt uns zu wundern, dass Kinder zum Handy greifen und die Motivation verlieren, könnten wir einfach kreative Alternativen anbieten. Unsere Erfahrungen mit der Ladesäule und den Fidget Toys sind durchweg positiv! Die Kinder wissen oft selbst, was ihnen hilft. Nur den Ball würde ich vielleicht mittlerweile nicht mehr mit aufnehmen, die Kinder lieben ihn aber (leider). Man lernt eben nie aus! 😂 

KW 45/2024

Mädchen im Makerspace. Wie?

Meine 4 Schritte, die in der Arbeit an außerschulischen Lernorten zur Stärkung von Mädchen* beitragen 🎯 

1. SEHEN 🔎 
Wir müssen Mädchen* und ihre Individualität mehr wahrnehmen – ja, auch wenn es selbst in meinem Post so rüberkommen mag, es gibt sie nicht, „die Mädchen“. Dazu gehört, individuelle Stärken hervorzuheben und vielseitige Interessen aufzugreifen. Und ja 🤦‍♀️, willkommen in 2024, es gibt auch Mädchen*, die gerne zocken!

2. ERMUTIGEN 🚀 
Wir müssen ihre oft durch Stereotype und Sozialisation eingeschränkten Denkräume erweitern 👩‍🚀, ihnen verschiedene Möglichkeiten aufzeigen und ihnen letztendlich auch wirklich die Entscheidungen überlassen.

3.UNTERSTÜTZEN 🤝 
Es gibt viele Hürden, insbesondere für Mädchen* in MINT. Wir sollten diese so gut es geht konstant abbauen, jederzeit Hilfestellung bieten und sie vor allem auch dazu anregen, mit anderen Mädchen* zusammenzuarbeiten 🙌.

4. LEUCHTEN lassen! 🌟 
Viel zu oft bleiben Mädchen* im Hintergrund und kehren Erfolge unter den Teppich. Wir sollten schöne und passende Möglichkeiten schaffen, bei denen Mädchen* ihre Erfolge präsentieren und weitere Angebote mitgestalten können. 

KW 40/2024

Makerspaces als dritte Orte. Wie?

Meine 5 Dinge, die wir bei außerschulischen Bildungsangeboten beachten sollten 🎯 

1. Gemeinsam lachen und Spaß haben 💛🌈 
Das "schwächt" unser Angebot nicht, sondern stärkt es! Lernen, arbeiten und sind wir nicht alle gerne dort, wo wir Spaß haben und die Stimmung super ist? 

2. Teilnehmende aktiv in die Gestaltung einbeziehen 💬📣 
Ich bin so froh, dass die Kinder in ihrer FREIZEIT zu uns kommen. Wir sollten sie nach ihren Ideen, Wünschen und Änderungsvorschlägen fragen.

3. Kinder einfach mal machen lassen 💪✅ 
Es sind für die Kinder echte Schlüsselmomente, wenn sie wahrnehmen, dass sie bei uns einfach selbstbestimmt und selbstreguliert agieren können. So haben auch Erfolgserlebnisse einen ganz anderen Wert.

4. Gruppenbildung aktiv fördern 🤝🔗 
Wir sollten gezielt Gelegenheiten schaffen, bei denen sich die Kinder kennenlernen und als Gruppe identifizieren können. Viele Kinder kommen ins FabLab, um dort auch einen persönlichen Safe Space zu finden, wo ihnen zugehört wird. 

5. Eltern als Ressource nutzen 👫 👬 👭 
Es kann immer hilfreich sein, die Eltern zu informieren, was so gemacht wird, welche Open-Source-Software vielleicht auch zu Hause genutzt werden kann, oder wie sie ihren Kindern anderweitig Unterstützung anbieten können.

Auf dem Bild seht ihr übrigens unser Mentor*innen-Briefing mit den (10!) Kindern, die sich als freiwillige (und unendlich stolze) Mentor*innen für die nächste Gruppe angemeldet haben 😍 Eines unser gemeinsamen Highlights ist das Grundprinzip von „Die Tastatur anderer Kinder ist Lava!“ (das manchmal zu sehr lustigen Muskelzuckungen führt). 
 

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